Biofeedback

Icon Dr  Bruckermann

Biofeedback

Icon Dr  Bruckermann

Biofeedback

Biofeedback – Ein gerätegestütztes Verhaltenstraining

_

Mit Biofeedback steht ein modernes, wissenschaftlich fundiertes und schulmedizinisch anerkanntes Trainingsverfahren zur Verfügung, bei dem mithilfe von Messgeräten und einem Computer Körperprozesse, die vom Patienten nicht oder nur ungenau wahrgenommen werden, rückgemeldet werden.

Die Rückmeldung erfolgt visuell oder akustisch, über Bilder und Töne, so dass sich der Patient körperlicher Vorgänge bewusst wird und lernt, diese Prozesse willentlich zu beeinflussen.

Somit lässt sich Biofeedback als gerätegestütztes Verhaltenstraining bezeichnen. Das Verfahren ist ohne Nebenwirkungen.

Wirkungsweise von Biofeedback

_

Individuelle Reaktionen auf verschiedenste Lebenssituationen können sich in psychischen, psychosomatischen und körperlichen Krankheiten widerspiegeln.

Biofeedback unterstützt etablierte Behandlungsansätze und setzt gezielt bei den Ursachen von Beschwerden an. Mittels verschiedener Sensoren werden körperliche Prozesse gemessen und dem Patienten über den Computer, das Smartphone oder Tablet rückgemeldet. Dadurch wird er in die Lage versetzt, auf diese Prozesse durch spezielle, erlernbare Techniken Einfluss zu nehmen.

Welche Prozesse abgeleitet werden, hängt von den individuellen Problemen ab. Zu den Ableitungsmöglichkeiten gehören:

  • Messung der Muskelspannung (EMG)
  • Messung des Hautleitwertes (EDA)
  • Temperatur
  • Atmung
  • Puls
  • Herzratenvariabilität
  • Neurofeedback (EEG)

Biofeedback

Anwendungsgebiete

_

Die nachfolgende Liste zeigt die weiten Anwendungsmöglichkeiten von Biofeedback:

  • Verdeutlichung von psychischen und physiologischen Zusammenhängen
  • Stress, Stressbewältigung, Stresserkrankungen
  • Chronischer Schmerz
  • Psychische Störungen (wie Depressionen, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörung, usw.)
  • Bluthochdruck
  • Durchblutungsstörungen

  • Spannungskopfschmerzen
  • Muskuläre Verspannungen
  • Migräne
  • Inkontinenz
  • Neuromuskuläre Erkrankungen
  • Fatigue Syndrom
  • Aufmerksamkeitsstörungen

Biofeedback – Behandlungsbeispiele

_

Herzratenvariabilität

Als Herzratenvariabilität wird die Fähigkeit des Organismus bezeichnet, die Frequenz des Herzrhythmus je nach Situation zu verändern. Bei Entspannung sinkt die Herzfrequenz, bei Belastung steigt sie an. Je mehr unser Organismus in der Lage ist, die Frequenz des Herzschlages zu regulieren, desto gesünder sind wir.

Mit einem Biofeedback-Training soll gezielt eine Vergrößerung der Herzratenvariabilität erreicht werden, so dass die Regenerationsfähigkeit wie auch die Aktivierungsfähigkeit des Körpers verbessert wird. Die Bewältigung von Stress und Angst sowie das Erlangen von mehr Ruhe und Gelassenheit im Alltag können durch das Biofeedback-Training unterstützt werden.

In der Stressmedizin und der Psychophysiologie wird das Biofeedback-Training z. B. eingesetzt bei:

  • Chronischer Überbelastung
  • Depressionen und Angststörungen
  • Herzerkrankungen

  • Asthma
  • Schlaflosigkeit
  • Diabetes

Messung der Muskelspannung (EMG)

Das EMG-Biofeedback, die Messung der elektrischen Muskelaktivität, ist ein innovatives Verfahren, um Muskelspannungen in Echtzeit zu erfassen und visuell oder akustisch wahrzunehmen. Durch das EMG-Biofeedback lernt der Patient, die Muskulatur gezielt zu entspannen oder zu aktivieren und damit Bewegungsabläufe bewusster zu steuern.

Anwendung findet das EMG-Biofeedback vor allem

  • in der Rehabilitation,
  • zur Schmerzlinderung,

  • zur Leistungsoptimierung im Sport,
  • bei neuromuskulären Erkrankungen.

Wie funktioniert das EMG-Biofeedback?

  • Sensoren messen die Muskelspannung während verschiedener Aktivitäten
  • Ergebnisse werden sofort visuell oder akustisch angezeigt
  • Die Veränderung der Muskelspannung durch Entspannung, Anspannung oder Stress wird sofort wahrgenommen
  • Verbesserte und aktive Beeinflussung der Muskelaktivität durch gezielte Übungen

Biofeedback mit dem Hautleitwert (EDA)

Der Hautleitwert, auch als Elektro Dermale Aktivität (EDA) bezeichnet, spiegelt Anspannung wie Entspannung und ist ein üblicher Stressindikator. Die Aktivität der Schweißdrüsen in der Haut erhöht sich bei Stress, emotionaler Belastung oder kognitiver Anstrengung, so dass die Haut feuchter wird, besser leitet und damit der Hautleitwert steigt.

Mit zwei Elektroden wird der Hautleitwert beim Biofeedback an den Fingern oder Handinnenflächen gemessen und sofort zurückgemeldet. Damit lässt sich durch die Messung des Hautleitwertes der Stresspegel bestimmen und mittels Biofeedback-Training wirksam reduzieren.

Typische Anwendungsgebiete von Biofeedback mit dem Hautleitwert sind

  • Angststörungen
  • Panikattacken
  • Spezifische Phobien

  • Bluthochdruck
  • Chronischer Tinnitus
  • Schlafstörungen

Biofeedback bei Inkontinenz

Bei vielen Formen der Harn- und Stuhlinkontinenz liegt eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur vor. Die Schließmuskulatur der Blase oder des Afters lässt sich wie alle anderen Muskeln trainieren und kräftigen. Dazu muss der Patient die Schließmuskulatur jedoch erst einmal wahrnehmen, arbeitet sie doch in der Regel unbewusst.

Genau hier setzt die Biofeedback-Behandlung an: Mithilfe von Sensoren oder Sonden wird die Kontraktion des Beckenbodenmuskels gemessen und visuell oder akustisch rückgemeldet. Dies hilft dem Patienten zu erkennen, wie stark er die Muskulatur anspannt, so dass er ein besseres Gespür für seine Schließmuskulatur erlangt.

Die Biofeedback-Behandlung der Inkontinenz ist ein Therapieansatz ohne Medikamente und Nebenwirkungen.

Wir danken Mindfield® Biosystems für die Unterstützung und freundliche Überlassung der Abbildungen.